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Montag, 27. Juli 2020
Montag, 24. Juni 2019
Mittwoch, 30. September 2015
Villefranche-sur-mer
Am Freitag meiner zweiten Schulwoche gingen meine zwei Schweizer Kollegen, eine Deutsche und ich nach Villefranche-sur-mer. Wir waren ungefähr gegen 16:00 Uhr dort und es war so wunderschön! Zuerst mussten wir also eine Runde Fotos machen. Wir machten ab, dass jeder, der Deutsch spricht, 10 Cent zahlen muss in eine Party-Kasse, aber diese Abmachung verwarfen wir ziemlich schnell wieder. Auf dem Weg zu einem geeigneten Platz trafen wir noch L&L, zwei Mädels aus unserer Schule. Dann legten wir uns an die Sonne. Es war über 30°C warm, die Sonne knallte nur so herunter, das Wasser glitzerte und war gar nicht mal so kalt. Ich ging gleich zweimal schwimmen. Irgendwann wurde es mir dann zu heiss und ich mietete einen Sonnenschirm. Der Preis für die dümmste Sonnenschirmaufstellerin geht definitiv an mich, das war so peinlich haha :D Wir genossen es richtig, es war so schön in Villefranche-sur-mer und am liebsten wären wir einfach dort geblieben. Definitiv einer meiner neuen Lieblingsorte der Côte d’Azur. Halbverhungert liefen wird dann noch ein wenig durch den Ort, der ein echter Traum ist und sehr italienisch wirkt mit all den kleinen Gassen und Kapellen und bunten Häusern. Wieder in Nizza angekommen, war da noch dieser wunderbare Sonnenuntergang, doch genau dann war mein Kameraakku leer! Dommage!
Es sind viele Bilder, i know but I'm not sorry ;)
Es sind viele Bilder, i know but I'm not sorry ;)
Montag, 21. September 2015
„J’ai vingt ans!“ oder: Der Sonntag, an dem mich alle anquatschten
Sonntags wurde ich gegen sechs Uhr wach, da die Deutschen
lautstark die Wohnung betraten und Lärm machten. Ich konnte nicht mehr schlafen
und las deshalb mein FMA-Buch fertig. Ich hab keinen Plan, was ich daraus für
ein Arbeitsthema herleiten soll. Egal, vorerst verdrängen. Da es total schönes
Wetter war, ging ich nach dem Frühstück in die Stadt, wo ich bei Monoprix
zufälligerweise eine Kollegin traf. Sie war leider etwas krank, sowieso sind
hier alle irgendwie krank im Moment. Auch die Deutschen, die da waren, hatten
sich übelst erkältet. Danach ging ich zu McDonalds (in der Schweiz werde ich
nie mehr zu McDonalds gehen, ich kanns schon jetzt kaum mehr ertragen, diesen
Food zu essen) und dann an den Strand. Dort sonnte ich mich eine Weile, aber es
war viel zu heiss und hatte nirgends Schatten, worauf ich ein wenig spazieren
ging. Prompt quatschte mich ein Typ an. Er sprach undeutlich und ich musste
immer nachfragen, da ich keinen Plan hatte, was der so von sich gab. „Machst du
Fotos?“, wollte er wissen „Ja.“ (Das sieht man doch, du Pfeife.) Jedenfalls
laberte er mich voll und ich Idiotin hab ihn nicht schnell genug abhängen
können. Er wollte mit mir was unternehmen und was essen gehen, aber ich wollte
das natürlich nicht. Auf mein „Ich bin nicht interessiert“ ging er gar nicht
erst ein und war total beleidigt, als ich ihm dann deutlich zu verstehen gab,
dass ich nix von ihm wollte. Ugh, die Männerwelt ist echt eine komische
Spezies…
Ich beschloss dann spontan, nochmals nach Villefranche-sur-mer
zu fahren, weil ich den Strand dort so mag. Also fuhr ich kurz nachhause, um
meine Wasserflaschen aufzufüllen und etwas Kleines zu essen. Auf dem Weg dahin
lief ich an einem Kosmetikstudio vorbei und wurde wieder angequatscht. Eine
junge Frau – gut, die war bestimmt nur ein Jahr älter als ich – schmierte mir
eine Creme auf die Hand und laberte los, als gäbe es einen Preis für
Schnellsprecher zu gewinnen. Dann fragte sie mich, was ich denn so für
Pflegeprodukte brauche. Da sie so schnell und undeutlich sprach und ich noch
einen Kopfhörer drin hatte, verstand ich, „Wie alt sind Sie?“ und antwortete
mit „J’ai vingt ans.“ Einen kurzen Moment schaute sie mich verwirrt an,
wiederholte dann die Frage nochmals. Upsi, das war mir peinlich, aber ich schob
es auf den Kopfhörer. Sie lockte mich in den Laden, offenbar hatte sie immer
noch nicht gecheckt, dass ich keine Französin war, denn sie plauderte munter
weiter, während sie mir Meersalz und ein komisches Öl auf die Hände schmierte.
Ich verstand nur die Hälfte und war froh, als ich wieder abhauen konnte. Die
redete zweimal so schnell wie ich! Und bestimmt auch zweimal so undeutlich!
Als ich am Bahnhof ankam, verpasste ich den Zug nach Villefranche-sur-mer
um eine Minute. Genervt stellte ich fest, dass ich noch 40 Minuten warten
musste, bis der nächste TER kam. Ich kaufte mir eine ELLE und war mit dem
Entwerten des Zugbillets noch eine Weile beschäftigt – diese SNCF-Entwerter
sind mir echt zu komisch – oder ich bin einfach zu verpeilt dafür. Ich bin mir
nie sicher, ob mein Ticket auch wirklich entwertet wurde oder nicht. Ugh,
Franzosen, warum macht ihr alles so kompliziert? Und warum muss ich mein
Tramabo jedes Mal, wenn ich einsteige, entwerten? Warum?? Das ist nervig und
kostet Zeit und Platz im Tram. Ich hoffe, die Schweiz führt sowas nie ein. Um
15:41 war ich in Villefranche und suchte mir einen guten Platz am Strand.
Irgendwo entdeckte ich dann eine Familie mit Sonnenschirm. Dieser war so
platziert, dass man in der Nähe der Familie liegen konnte – nicht zu nahe zum
Glück – und trotzdem noch was vom Schatten abhaben konnte. Ich legte mich also
dorthin, als ich L&L sah. Was für ein Zufall! Ich hatte sie nämlich schon
freitags in Villefranche gesehen. L&L sind die beiden deutschen Mädels, die
ich an meinem ersten Schultag angequatscht hatte. Wir plauderten kurz, dann
waren wir alle wieder mit unseren Büchern und Zeitschriften beschäftigt. Gut,
dass sie da waren, denn so konnte ich mir einen Salade Niçoise holen, ohne
meine ganze Tasche mitnehmen zu müssen. Oh mann, ich war so satt danach, aber
es tat gut, mal wieder was Richtiges zu essen.
Jedenfalls lagen wir dann alle an der Sonne, aber es gab
etwas, das mich störte, oder besser gesagt: jemand, der mich störte. Ein Mann lag
schräg oberhalb von mir bzw. er lag fast neben L&L und er starrte mich die
ganze Zeit an. Als ob ich die einzige gewesen wäre, die am Strand so wenig
angehabt hatte! Ich warf ihm von Zeit zu Zeit einen bösen Blick zu, aber das
beeindruckte ihn nicht. Ich beschloss, ihn zu ignorieren, auch wenn ich jeden
seiner Blicke spürte. Irgendwann quatschte er mich an und fragte, ob ich
Touristin wäre.
„Yes“. Ich antwortete extra auf Englisch, damit er mich in Ruhe
liess. Tat er aber nicht. Stattdessen fragte er: „Vous venez d’où?“
„Switzerland.“
Ich starrte in meinen Reiseführer, aber er liess nicht locker.
„Suisse? …“
Dann wurde es mir zu blöd und ich fing auch an, Französisch zu
sprechen. Er wollte wissen, was ich hier mache, ob ich studiere, ob es mir
gefällt, wo in der Schweiz ich wohne (und nein, ich wohne nicht in Bern)… Ich
antwortete so einsilbig wie möglich, schaute ihn nicht an und blätterte immer
wieder in meinem Reiseführer, um Desinteresse zu zeigen, aber es half nicht. Er
erzählte, dass er eine Cousine in Vevey habe und sagte, die Schweiz würde ihm
gefallen.
„Gehen Sie nicht schwimmen?“
„Später vielleicht“, meinte ich.
„Aber
später ist das Wasser kalt – ah, Sie sind ja Schweizerin, für Sie ist es
bestimmt nie kalt hier.“ „Haha genau“, meinte ich mit einem Fake-Lachen und
beschloss, wirklich schwimmen zu gehen, um nicht mehr mit ihm reden zu müssen. Weil
ich nicht seine persönliche Pamela Anderson sein wollte, zog ich mein Oberteil
wieder an, konnte allerdings nicht verhindern, dass er mich die ganze Zeit
anstarrte. Alter, man merkt auch, dass du mich anstarrst, wenn du eine
Sonnenbrille trägst!!! Das Wasser war kühl, darum blieb ich auch nur kurz
drinnen. Als ich an meinen Platz zurückkam, behielt ich das Oberteil vorerst an
– zum Leidwesen von Monsieur Spanner (der übrigens vom Alter her theoretisch
mein Vater oder Onkel hätte sein können. Igitt). Er wollte dann mal meinen
Reiseführer sehen und war verblüfft, dass dieser „en allemand“ war. Ich glaub,
ich hab bei meinen einsilbigen Antworten vergessen, klarzumachen, dass ich
Deutsch spreche. Naja, irgendwann fingen L&L an, mit mir zu reden und den Spanner
vergass ich. Der fand es ziemlich toll, neben drei halbnackten, jungen Frauen
zu sitzen, aber wir ignorierten ihn. Die Sonnenschirmfamilie ging dann leider
auch irgendwann und ich glaub, mein Rücken hätte ein bisschen mehr Sonnencreme
vertragen können. Dasselbe für meine Fusssohlen. Irgendwann ging der Spanner
und als er weg war, lachten wir alle drei sofort los. „Oh mann, wie der die
ganze Zeit geguckt hat! Und er hat wohl gedacht, das merkt man nicht!“, meinten
L&L und wir lachten uns schlapp. Dann quatschten wir noch etwas über
Frankreich, meine GM, Deutschland, die Schweiz und Klischees über Schweizer,
z.B., dass der Durchschnittsschweizer geizig ist.
Apropos geizig: Offenbar war
ich auch etwas geizig mit der Sonnencreme, denn die Partie vom Hals und ein
Teil meines Dekolletees sind rot. Ups, dabei dachte ich, dass dieser Teil gar
nicht so stark an der Sonne war. Vielleicht ist das auch bei meinem
Mittagsspaziergang passiert. Jedenfalls passt mir das nicht so in den Kram, ich
will ja braun werden und so kann ich das erstmal vergessen. Eine Creme habe ich
auch nicht mit, ugh. Kurz nachdem L&L gingen, verzog ich mich auch und
wurde am Bahnhof von Touristen angesprochen, die so froh waren, dass endlich
mal jemand Englisch sprach und ihnen den Zugfahrplan erklären konnte. Übrigens
hab ich total viele Mückenstiche, das sieht total komisch aus, weil die meisten
auch noch aufgeschwollen sind. Jaja, Sonnenbrand und Mückenstiche, das passt super.
Alles rot.
Leben ohne Internet Teil 2
Der zweite Eintrag, den ich ohne Wlan schreibe. Das ist echt
langsam unerträglich hier! Donnerstags hab ich nachmittags einen ellenlangen
Spaziergang gemacht. Die ganze Promenade des Anglais, dann zum Hafen und alles
zurück bis in die Innenstadt (Monoprix – Babybel kaufen!). Vom Monoprix aus
nahm ich dann das Tram, um zurück nach Hause zu gehen, ich war echt k.o von dem
langen Spaziergang und dem schlechten Wetter. Ich hatte keine Lust, meine GM zu
sehen, was auch der Grund für meinen langen Ausflug bei schlechtem Wetter war.
Zuhause angekommen, eröffnete sie mir, dass sie ihr Schlafzimmer von Donnerstag
bis Sonntag an zwei deutsche Typen vermietet habe und sie selber in der Küche
schlafen werde. Die zwei Deutschen kamen dann, wir quatschten ein bisschen und schliesslich
ging die GM an ein Kirchenkonzert. Ich sass alleine in der Küche und ass das
grauenhafte Abendessen, bis die zwei Deutschen irgendwann in die Küche kamen.
Sie fragten mich, ob sie sich auch was kochen könnten, aber ich riet ihnen
davon ab. Ich wollte nicht wissen, wie meine GM darauf reagiert hätte. Als die
beiden ihre Zimmertür zumachten, merkten sie, dass diese keine Türfalle hatte
und sie ihren Schlüssel im Zimmer „eingeschlossen“ hatten. Wir machten uns also
auf die Suche nach Werkzeug und wurden nach einer Weile fündig. Die beiden
regten sich darüber auf, dass sie für nicht-existierendes Wlan gezahlt hätten
(oh ja, das verstehe ich sehr gut!) und gingen dann los, um zu essen und zu
feiern. Ich las noch mein Buch und machte ein paar DALF Übungen. Die sind
sauschwer, keine Ahnung, wie ich das Diplom im März schaffen soll. Wenn ich das
Zeugs so lese, habe ich stets das Gefühl, überhaupt kein Französisch zu können,
das ist echt deprimierend! Da ich vom komischen Wetter Kopfschmerzen hatte,
legte ich mich um 22:00 Uhr ins Bett und schlief gegen 23:00 ein. Ich weiss
nicht, ob ich schon mal erwähnt habe, dass man in dieser Wohnung alles hört.
Ich höre, was im Schlafzimmer der GM und im Badezimmer vor sich geht. Als die
Deutschen also um halb fünf nach Hause kamen, wurde ich von der Dusche und dem
Lachen wach und konnte nicht mehr schlafen. Das hat mich total wütend gemacht,
ich hatte ja schliesslich Unterricht am Morgen und nachmittags hatten wir einen
Ausflug geplant. Als ich das meiner GM erzählte, war sie nur erstaunt, dass man
alles so gut hören konnte und ihr grösste Sorge war, dass ich sie auch schon
mal gehört haben könnte (wobei??? Ich will es nicht wissen!!!). Jedenfalls
sagte sie, dass das ja nicht schlimm wäre wegen einer Nacht. „Halt die Klappe“,
hätte ich am liebsten gesagt, aber ich erwiderte nichts und ass meine
Reiswaffeln, die ich zum Frühstück kriege.
In der Schule schüttete ich dann wieder mal meiner Lehrerin
mein Herz aus (die ist sicher froh, dass sie jetzt eine Woche Urlaub hat und
mich nicht sehen muss – wobei sie mich ja jeden Morgen fragt, wie es mir geht!)
und erfuhr vom Sekretariat, dass man noch immer keine neue Familie für mich
gefunden hatte. Nachmittags fuhr ich mit meinen Schweizer Kollegen und der
Deutschen, die neu in der Klasse ist, nach Villefrance-sur-mer und das war so
ein genialer Nachmittag! Aber mehr dazu in einem separaten Post mit Fotos.
Meine Kamera hat den Geist aufgegeben = der Akku ist leer und das Ladegerät ist
noch unterwegs zu mir, aber da ich eh kein Internet habe, eilt es nicht mal so.
Abends eröffnete mit die GM, dass bei ihr das Internet gehen
würde. Ich versuchte, mich auch mit dem Netzwerk zu verbinden, aber es klappte
nicht, weil ich ein Passwort brauchte, das sie nicht hatte oder mir nicht geben
wollte, keine Ahnung. Jedenfalls war ich total angepisst und das hat sie wohl
gemerkt, weil sie mir anbot, ihren Laptop kurz zu benutzen, um meine Mails zu
checken. Ich habe abgelehnt. Meine Mails will ich nicht checken, ich will
Whatsapp, Instagram, Facebook, Blogspot und Youtube brauchen und meine Reise
planen und Infos für meine FMA zusammensuchen!!! Dafür brauch ich meine eigenen
Geräte. „Auf deinem Handy geht das
Internet auch wieder?“, fragte ich sie. „Ah ja, das funktioniert gut, das ist
ein separates Netzwerk, aber da kann ich dich nicht drauftun, ich weiss nicht,
wie das geht. Tut mir leid, aber du musst wohl ohne Internet auskommen“, meinte
sie und setzte sich wieder an ihr Gerät. Ich wäre so gerne ausgerastet und
hätte geschrien, dass in ihrem Haushalt ja eh nichts funktioniert, kein Essen,
kein Internet, keine gewaschene Wäsche, keine Ruhe, gar nix!
Als ich wütend den Raum verlassen wollte, fragte sie mich
noch, ob ich ihren Zettel gesehen hätte. Natürlich habe ich den gesehen, der
lag zusammen mit einem Müllsack auf meinem Zimmerboden. Darauf stand, dass ich
bitte alle meine Kassenzettel und Papierchen und Essensreste selber entsorgen
solle, da sie sonst in meinen Sachen wühlen muss und sie das nicht will. Am
liebsten hätte ich laut aufgelacht, denn in meinen Sachen wühlt sie ja sowieso.
Sie wirft ständig Sachen fort (z.B. eine Keksverpackung aus meinem Schrank, in
der noch Kekse waren), die ich noch gebraucht hätte und meine Kassenzettel, die
auf dem kleinen Tisch liegen, gehen sie einen Sch* an! Es ist ja wohl noch
erlaubt, darüber im Bilde zu sein, was man ausgegeben hat! Und mein Tagebuch
hat sie auch schon gelesen und zwar mehr als einmal. Ich schreibe auf
Französisch und Englisch und sie spricht ja diese beiden Sprachen. Naja, ich
wünsche ihr viel Spass beim Lesen, über sie steht nix drin. Sowieso steht nicht
so viel drin, weil ich immer busy oder müde bin und so gar nicht gross zum
Schreiben komme. Ausser auf dem Blog ;) Jedenfalls hab ich mein Tagebuch immer
wieder so „hergerichtet“, dass ich merke, ob da jemand dran war. Ich find das
einfach das Letzte! Und in meinem Müll wühlt sie auch ständig. Nix kann ich
wegschmeissen, ohne dass sie es kommentiert. Zum Kotzen ist das!
Um halb zehn konnte ich dann nicht mehr in die Küche (dort
waren Wasser und meine Babybels), weil die GM schlafen wollte. Angepisst ging
ich ins Bad, um mich vor der abendlichen Dusche abzuschminken. Da hörte ich,
wie die Deutschen die Wohnung betraten. Ich streckte den Kopf raus und fragte
den einen, ob es okay wäre, wenn ich jetzt dusche oder ob sie zuerst wollten.
„Nee, mach du ruhig, aber hey, kann man nicht mehr in die Küche?“, fragte mich
J., angehender Deutschlehrer aus Konstanz mit Champagner-Sucht. „Nee, die Frau
will jetzt da schlafen“, meinte ich nur und wir beide verdrehten die Augen. „Um
die Zeit? Ist ja räudig!“, meinte er. „Ist ja räudig“ ist sein Lieblingsausdruck
und er verwendet ihn in jedem zweiten Satz. „Kannst ja einfach mal
reinspazieren und dir holen, was du brauchst!“, meinte ich grinsend, aber er
winkte nur ab. „Nee, lass mal! Die hat uns heute schon aus der Küche
geschmissen, als wir dort einen Kaffee trinken wollten. Die spinnt! Aber hey,
du hast nicht zufälligerweise noch ein Glas und einen Flaschenöffner für uns?“
Ich verneinte. Da kam N., WiWi-Student, ebenfalls aus Konstanz, aus dem Zimmer
und fragte mich, ob ich ihnen einen guten Parkplatz empfehlen könnte. Konnte
ich leider nicht, dennoch luden sie mich für später in ihr Zimmer ein, um was
zu trinken. Da sass ich nun eine Viertelstunde später auf dem Bett von fremden
Deutschen, trank mit ihnen warmen Rosé aus Wassergläsern und futterte Babybels.
(Käse und Wein, sehr französisch, haha.) Ich sah furchtbar aus mit den nassen
Haaren, dem ungeschminkten Gesicht, einem komischen Pulli und den peinlichsten
Schlafanzughosen der Welt – da laden mich einmal Typen zu einem Glas Wein ein
und ich sehe aus wie ein Kleinkind! Naja, whatever, ich seh die eh nie mehr.
Das Glas und die Babybels hatte ich mir übrigens einfach aus der Küche geholt,
mir egal, was die GM davon hielt.
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| Villefranche-sur-mer |
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| villefranche je t'aime *-* |
Am nächsten Morgen konnte ich dann nicht frühstücken, weil
die GM ja immer tausend Stunden schläft und gegen 11:00 bin ich dann wütend in
die Stadt gefahren und hab mir ein glutenfreies Schokobrötchen gekauft. Sowieso
ernähre ich mich – abgesehen von dem Biofrass – sehr ungesund, aber was soll
ich machen :/ Nachmittags gings mit meinem Schweizer Kollegen und der Deutschen
nach Antibes, dazu auch mehr in einem separaten Post. Da mein Kameraakku leer
war und das Ladegerät noch nicht angekommen ist, hab ich mir eine Wegwerfkamera
gekauft, ich bin gespannt aufs Resultat! Als ich dann abends hungrig heimkam
(ich hatte so grosse Lust auf Nudeln mit Tomatensauce), gabs eine Tomate, zwei
Esslöffel Linsen und zwei Esslöffel Apfelmus. Sogar meine Katze Gina kriegt
mehr Futter, ich glaubs ja nicht!
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