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Mittwoch, 30. September 2015

Villefranche-sur-mer

Am Freitag meiner zweiten Schulwoche gingen meine zwei Schweizer Kollegen, eine Deutsche und ich nach Villefranche-sur-mer. Wir waren ungefähr gegen 16:00 Uhr dort und es war so wunderschön! Zuerst mussten wir also eine Runde Fotos machen. Wir machten ab, dass jeder, der Deutsch spricht, 10 Cent zahlen muss in eine Party-Kasse, aber diese Abmachung verwarfen wir ziemlich schnell wieder. Auf dem Weg zu einem geeigneten Platz trafen wir noch L&L, zwei Mädels aus unserer Schule. Dann legten wir uns an die Sonne. Es war über 30°C warm, die Sonne knallte nur so herunter, das Wasser glitzerte und war gar nicht mal so kalt. Ich ging gleich zweimal schwimmen. Irgendwann wurde es mir dann zu heiss und ich mietete einen Sonnenschirm. Der Preis für die dümmste Sonnenschirmaufstellerin geht definitiv an mich, das war so peinlich haha :D Wir genossen es richtig, es war so schön in Villefranche-sur-mer und am liebsten wären wir einfach dort geblieben. Definitiv einer meiner neuen Lieblingsorte der Côte d’Azur. Halbverhungert liefen wird dann noch ein wenig durch den Ort, der ein echter Traum ist und sehr italienisch wirkt mit all den kleinen Gassen und Kapellen und bunten Häusern. Wieder in Nizza angekommen, war da noch dieser wunderbare Sonnenuntergang, doch genau dann war mein Kameraakku leer! Dommage!

Es sind viele Bilder, i know but I'm not sorry ;)
























Montag, 21. September 2015

„J’ai vingt ans!“ oder: Der Sonntag, an dem mich alle anquatschten

Sonntags wurde ich gegen sechs Uhr wach, da die Deutschen lautstark die Wohnung betraten und Lärm machten. Ich konnte nicht mehr schlafen und las deshalb mein FMA-Buch fertig. Ich hab keinen Plan, was ich daraus für ein Arbeitsthema herleiten soll. Egal, vorerst verdrängen. Da es total schönes Wetter war, ging ich nach dem Frühstück in die Stadt, wo ich bei Monoprix zufälligerweise eine Kollegin traf. Sie war leider etwas krank, sowieso sind hier alle irgendwie krank im Moment. Auch die Deutschen, die da waren, hatten sich übelst erkältet. Danach ging ich zu McDonalds (in der Schweiz werde ich nie mehr zu McDonalds gehen, ich kanns schon jetzt kaum mehr ertragen, diesen Food zu essen) und dann an den Strand. Dort sonnte ich mich eine Weile, aber es war viel zu heiss und hatte nirgends Schatten, worauf ich ein wenig spazieren ging. Prompt quatschte mich ein Typ an. Er sprach undeutlich und ich musste immer nachfragen, da ich keinen Plan hatte, was der so von sich gab. „Machst du Fotos?“, wollte er wissen „Ja.“ (Das sieht man doch, du Pfeife.) Jedenfalls laberte er mich voll und ich Idiotin hab ihn nicht schnell genug abhängen können. Er wollte mit mir was unternehmen und was essen gehen, aber ich wollte das natürlich nicht. Auf mein „Ich bin nicht interessiert“ ging er gar nicht erst ein und war total beleidigt, als ich ihm dann deutlich zu verstehen gab, dass ich nix von ihm wollte. Ugh, die Männerwelt ist echt eine komische Spezies…

Ich beschloss dann spontan, nochmals nach Villefranche-sur-mer zu fahren, weil ich den Strand dort so mag. Also fuhr ich kurz nachhause, um meine Wasserflaschen aufzufüllen und etwas Kleines zu essen. Auf dem Weg dahin lief ich an einem Kosmetikstudio vorbei und wurde wieder angequatscht. Eine junge Frau – gut, die war bestimmt nur ein Jahr älter als ich – schmierte mir eine Creme auf die Hand und laberte los, als gäbe es einen Preis für Schnellsprecher zu gewinnen. Dann fragte sie mich, was ich denn so für Pflegeprodukte brauche. Da sie so schnell und undeutlich sprach und ich noch einen Kopfhörer drin hatte, verstand ich, „Wie alt sind Sie?“ und antwortete mit „J’ai vingt ans.“ Einen kurzen Moment schaute sie mich verwirrt an, wiederholte dann die Frage nochmals. Upsi, das war mir peinlich, aber ich schob es auf den Kopfhörer. Sie lockte mich in den Laden, offenbar hatte sie immer noch nicht gecheckt, dass ich keine Französin war, denn sie plauderte munter weiter, während sie mir Meersalz und ein komisches Öl auf die Hände schmierte. Ich verstand nur die Hälfte und war froh, als ich wieder abhauen konnte. Die redete zweimal so schnell wie ich! Und bestimmt auch zweimal so undeutlich!

Als ich am Bahnhof ankam, verpasste ich den Zug nach Villefranche-sur-mer um eine Minute. Genervt stellte ich fest, dass ich noch 40 Minuten warten musste, bis der nächste TER kam. Ich kaufte mir eine ELLE und war mit dem Entwerten des Zugbillets noch eine Weile beschäftigt – diese SNCF-Entwerter sind mir echt zu komisch – oder ich bin einfach zu verpeilt dafür. Ich bin mir nie sicher, ob mein Ticket auch wirklich entwertet wurde oder nicht. Ugh, Franzosen, warum macht ihr alles so kompliziert? Und warum muss ich mein Tramabo jedes Mal, wenn ich einsteige, entwerten? Warum?? Das ist nervig und kostet Zeit und Platz im Tram. Ich hoffe, die Schweiz führt sowas nie ein. Um 15:41 war ich in Villefranche und suchte mir einen guten Platz am Strand. Irgendwo entdeckte ich dann eine Familie mit Sonnenschirm. Dieser war so platziert, dass man in der Nähe der Familie liegen konnte – nicht zu nahe zum Glück – und trotzdem noch was vom Schatten abhaben konnte. Ich legte mich also dorthin, als ich L&L sah. Was für ein Zufall! Ich hatte sie nämlich schon freitags in Villefranche gesehen. L&L sind die beiden deutschen Mädels, die ich an meinem ersten Schultag angequatscht hatte. Wir plauderten kurz, dann waren wir alle wieder mit unseren Büchern und Zeitschriften beschäftigt. Gut, dass sie da waren, denn so konnte ich mir einen Salade Niçoise holen, ohne meine ganze Tasche mitnehmen zu müssen. Oh mann, ich war so satt danach, aber es tat gut, mal wieder was Richtiges zu essen.


Jedenfalls lagen wir dann alle an der Sonne, aber es gab etwas, das mich störte, oder besser gesagt: jemand, der mich störte. Ein Mann lag schräg oberhalb von mir bzw. er lag fast neben L&L und er starrte mich die ganze Zeit an. Als ob ich die einzige gewesen wäre, die am Strand so wenig angehabt hatte! Ich warf ihm von Zeit zu Zeit einen bösen Blick zu, aber das beeindruckte ihn nicht. Ich beschloss, ihn zu ignorieren, auch wenn ich jeden seiner Blicke spürte. Irgendwann quatschte er mich an und fragte, ob ich Touristin wäre. 
„Yes“. Ich antwortete extra auf Englisch, damit er mich in Ruhe liess. Tat er aber nicht. Stattdessen fragte er: „Vous venez d’où?“ 
„Switzerland.“ 
Ich starrte in meinen Reiseführer, aber er liess nicht locker. 
„Suisse? …“ 
Dann wurde es mir zu blöd und ich fing auch an, Französisch zu sprechen. Er wollte wissen, was ich hier mache, ob ich studiere, ob es mir gefällt, wo in der Schweiz ich wohne (und nein, ich wohne nicht in Bern)… Ich antwortete so einsilbig wie möglich, schaute ihn nicht an und blätterte immer wieder in meinem Reiseführer, um Desinteresse zu zeigen, aber es half nicht. Er erzählte, dass er eine Cousine in Vevey habe und sagte, die Schweiz würde ihm gefallen.
 „Gehen Sie nicht schwimmen?“ 
„Später vielleicht“, meinte ich. 
„Aber später ist das Wasser kalt – ah, Sie sind ja Schweizerin, für Sie ist es bestimmt nie kalt hier.“ „Haha genau“, meinte ich mit einem Fake-Lachen und beschloss, wirklich schwimmen zu gehen, um nicht mehr mit ihm reden zu müssen. Weil ich nicht seine persönliche Pamela Anderson sein wollte, zog ich mein Oberteil wieder an, konnte allerdings nicht verhindern, dass er mich die ganze Zeit anstarrte. Alter, man merkt auch, dass du mich anstarrst, wenn du eine Sonnenbrille trägst!!! Das Wasser war kühl, darum blieb ich auch nur kurz drinnen. Als ich an meinen Platz zurückkam, behielt ich das Oberteil vorerst an – zum Leidwesen von Monsieur Spanner (der übrigens vom Alter her theoretisch mein Vater oder Onkel hätte sein können. Igitt). Er wollte dann mal meinen Reiseführer sehen und war verblüfft, dass dieser „en allemand“ war. Ich glaub, ich hab bei meinen einsilbigen Antworten vergessen, klarzumachen, dass ich Deutsch spreche. Naja, irgendwann fingen L&L an, mit mir zu reden und den Spanner vergass ich. Der fand es ziemlich toll, neben drei halbnackten, jungen Frauen zu sitzen, aber wir ignorierten ihn. Die Sonnenschirmfamilie ging dann leider auch irgendwann und ich glaub, mein Rücken hätte ein bisschen mehr Sonnencreme vertragen können. Dasselbe für meine Fusssohlen. Irgendwann ging der Spanner und als er weg war, lachten wir alle drei sofort los. „Oh mann, wie der die ganze Zeit geguckt hat! Und er hat wohl gedacht, das merkt man nicht!“, meinten L&L und wir lachten uns schlapp. Dann quatschten wir noch etwas über Frankreich, meine GM, Deutschland, die Schweiz und Klischees über Schweizer, z.B., dass der Durchschnittsschweizer geizig ist. 
Apropos geizig: Offenbar war ich auch etwas geizig mit der Sonnencreme, denn die Partie vom Hals und ein Teil meines Dekolletees sind rot. Ups, dabei dachte ich, dass dieser Teil gar nicht so stark an der Sonne war. Vielleicht ist das auch bei meinem Mittagsspaziergang passiert. Jedenfalls passt mir das nicht so in den Kram, ich will ja braun werden und so kann ich das erstmal vergessen. Eine Creme habe ich auch nicht mit, ugh. Kurz nachdem L&L gingen, verzog ich mich auch und wurde am Bahnhof von Touristen angesprochen, die so froh waren, dass endlich mal jemand Englisch sprach und ihnen den Zugfahrplan erklären konnte. Übrigens hab ich total viele Mückenstiche, das sieht total komisch aus, weil die meisten auch noch aufgeschwollen sind. Jaja, Sonnenbrand und Mückenstiche, das passt super. Alles rot.

Leben ohne Internet Teil 2

Der zweite Eintrag, den ich ohne Wlan schreibe. Das ist echt langsam unerträglich hier! Donnerstags hab ich nachmittags einen ellenlangen Spaziergang gemacht. Die ganze Promenade des Anglais, dann zum Hafen und alles zurück bis in die Innenstadt (Monoprix – Babybel kaufen!). Vom Monoprix aus nahm ich dann das Tram, um zurück nach Hause zu gehen, ich war echt k.o von dem langen Spaziergang und dem schlechten Wetter. Ich hatte keine Lust, meine GM zu sehen, was auch der Grund für meinen langen Ausflug bei schlechtem Wetter war.
 Zuhause angekommen, eröffnete sie mir, dass sie ihr Schlafzimmer von Donnerstag bis Sonntag an zwei deutsche Typen vermietet habe und sie selber in der Küche schlafen werde. Die zwei Deutschen kamen dann, wir quatschten ein bisschen und schliesslich ging die GM an ein Kirchenkonzert. Ich sass alleine in der Küche und ass das grauenhafte Abendessen, bis die zwei Deutschen irgendwann in die Küche kamen. Sie fragten mich, ob sie sich auch was kochen könnten, aber ich riet ihnen davon ab. Ich wollte nicht wissen, wie meine GM darauf reagiert hätte. Als die beiden ihre Zimmertür zumachten, merkten sie, dass diese keine Türfalle hatte und sie ihren Schlüssel im Zimmer „eingeschlossen“ hatten. Wir machten uns also auf die Suche nach Werkzeug und wurden nach einer Weile fündig. Die beiden regten sich darüber auf, dass sie für nicht-existierendes Wlan gezahlt hätten (oh ja, das verstehe ich sehr gut!) und gingen dann los, um zu essen und zu feiern. Ich las noch mein Buch und machte ein paar DALF Übungen. Die sind sauschwer, keine Ahnung, wie ich das Diplom im März schaffen soll. Wenn ich das Zeugs so lese, habe ich stets das Gefühl, überhaupt kein Französisch zu können, das ist echt deprimierend! Da ich vom komischen Wetter Kopfschmerzen hatte, legte ich mich um 22:00 Uhr ins Bett und schlief gegen 23:00 ein. Ich weiss nicht, ob ich schon mal erwähnt habe, dass man in dieser Wohnung alles hört. Ich höre, was im Schlafzimmer der GM und im Badezimmer vor sich geht. Als die Deutschen also um halb fünf nach Hause kamen, wurde ich von der Dusche und dem Lachen wach und konnte nicht mehr schlafen. Das hat mich total wütend gemacht, ich hatte ja schliesslich Unterricht am Morgen und nachmittags hatten wir einen Ausflug geplant. Als ich das meiner GM erzählte, war sie nur erstaunt, dass man alles so gut hören konnte und ihr grösste Sorge war, dass ich sie auch schon mal gehört haben könnte (wobei??? Ich will es nicht wissen!!!). Jedenfalls sagte sie, dass das ja nicht schlimm wäre wegen einer Nacht. „Halt die Klappe“, hätte ich am liebsten gesagt, aber ich erwiderte nichts und ass meine Reiswaffeln, die ich zum Frühstück kriege.

In der Schule schüttete ich dann wieder mal meiner Lehrerin mein Herz aus (die ist sicher froh, dass sie jetzt eine Woche Urlaub hat und mich nicht sehen muss – wobei sie mich ja jeden Morgen fragt, wie es mir geht!) und erfuhr vom Sekretariat, dass man noch immer keine neue Familie für mich gefunden hatte. Nachmittags fuhr ich mit meinen Schweizer Kollegen und der Deutschen, die neu in der Klasse ist, nach Villefrance-sur-mer und das war so ein genialer Nachmittag! Aber mehr dazu in einem separaten Post mit Fotos. Meine Kamera hat den Geist aufgegeben = der Akku ist leer und das Ladegerät ist noch unterwegs zu mir, aber da ich eh kein Internet habe, eilt es nicht mal so.
Abends eröffnete mit die GM, dass bei ihr das Internet gehen würde. Ich versuchte, mich auch mit dem Netzwerk zu verbinden, aber es klappte nicht, weil ich ein Passwort brauchte, das sie nicht hatte oder mir nicht geben wollte, keine Ahnung. Jedenfalls war ich total angepisst und das hat sie wohl gemerkt, weil sie mir anbot, ihren Laptop kurz zu benutzen, um meine Mails zu checken. Ich habe abgelehnt. Meine Mails will ich nicht checken, ich will Whatsapp, Instagram, Facebook, Blogspot und Youtube brauchen und meine Reise planen und Infos für meine FMA zusammensuchen!!! Dafür brauch ich meine eigenen Geräte.  „Auf deinem Handy geht das Internet auch wieder?“, fragte ich sie. „Ah ja, das funktioniert gut, das ist ein separates Netzwerk, aber da kann ich dich nicht drauftun, ich weiss nicht, wie das geht. Tut mir leid, aber du musst wohl ohne Internet auskommen“, meinte sie und setzte sich wieder an ihr Gerät. Ich wäre so gerne ausgerastet und hätte geschrien, dass in ihrem Haushalt ja eh nichts funktioniert, kein Essen, kein Internet, keine gewaschene Wäsche, keine Ruhe, gar nix!


Als ich wütend den Raum verlassen wollte, fragte sie mich noch, ob ich ihren Zettel gesehen hätte. Natürlich habe ich den gesehen, der lag zusammen mit einem Müllsack auf meinem Zimmerboden. Darauf stand, dass ich bitte alle meine Kassenzettel und Papierchen und Essensreste selber entsorgen solle, da sie sonst in meinen Sachen wühlen muss und sie das nicht will. Am liebsten hätte ich laut aufgelacht, denn in meinen Sachen wühlt sie ja sowieso. Sie wirft ständig Sachen fort (z.B. eine Keksverpackung aus meinem Schrank, in der noch Kekse waren), die ich noch gebraucht hätte und meine Kassenzettel, die auf dem kleinen Tisch liegen, gehen sie einen Sch* an! Es ist ja wohl noch erlaubt, darüber im Bilde zu sein, was man ausgegeben hat! Und mein Tagebuch hat sie auch schon gelesen und zwar mehr als einmal. Ich schreibe auf Französisch und Englisch und sie spricht ja diese beiden Sprachen. Naja, ich wünsche ihr viel Spass beim Lesen, über sie steht nix drin. Sowieso steht nicht so viel drin, weil ich immer busy oder müde bin und so gar nicht gross zum Schreiben komme. Ausser auf dem Blog ;) Jedenfalls hab ich mein Tagebuch immer wieder so „hergerichtet“, dass ich merke, ob da jemand dran war. Ich find das einfach das Letzte! Und in meinem Müll wühlt sie auch ständig. Nix kann ich wegschmeissen, ohne dass sie es kommentiert. Zum Kotzen ist das!

Um halb zehn konnte ich dann nicht mehr in die Küche (dort waren Wasser und meine Babybels), weil die GM schlafen wollte. Angepisst ging ich ins Bad, um mich vor der abendlichen Dusche abzuschminken. Da hörte ich, wie die Deutschen die Wohnung betraten. Ich streckte den Kopf raus und fragte den einen, ob es okay wäre, wenn ich jetzt dusche oder ob sie zuerst wollten. „Nee, mach du ruhig, aber hey, kann man nicht mehr in die Küche?“, fragte mich J., angehender Deutschlehrer aus Konstanz mit Champagner-Sucht. „Nee, die Frau will jetzt da schlafen“, meinte ich nur und wir beide verdrehten die Augen. „Um die Zeit? Ist ja räudig!“, meinte er. „Ist ja räudig“ ist sein Lieblingsausdruck und er verwendet ihn in jedem zweiten Satz. „Kannst ja einfach mal reinspazieren und dir holen, was du brauchst!“, meinte ich grinsend, aber er winkte nur ab. „Nee, lass mal! Die hat uns heute schon aus der Küche geschmissen, als wir dort einen Kaffee trinken wollten. Die spinnt! Aber hey, du hast nicht zufälligerweise noch ein Glas und einen Flaschenöffner für uns?“ Ich verneinte. Da kam N., WiWi-Student, ebenfalls aus Konstanz, aus dem Zimmer und fragte mich, ob ich ihnen einen guten Parkplatz empfehlen könnte. Konnte ich leider nicht, dennoch luden sie mich für später in ihr Zimmer ein, um was zu trinken. Da sass ich nun eine Viertelstunde später auf dem Bett von fremden Deutschen, trank mit ihnen warmen Rosé aus Wassergläsern und futterte Babybels. (Käse und Wein, sehr französisch, haha.) Ich sah furchtbar aus mit den nassen Haaren, dem ungeschminkten Gesicht, einem komischen Pulli und den peinlichsten Schlafanzughosen der Welt – da laden mich einmal Typen zu einem Glas Wein ein und ich sehe aus wie ein Kleinkind! Naja, whatever, ich seh die eh nie mehr. Das Glas und die Babybels hatte ich mir übrigens einfach aus der Küche geholt, mir egal, was die GM davon hielt.
Villefranche-sur-mer

villefranche je t'aime *-*
Am nächsten Morgen konnte ich dann nicht frühstücken, weil die GM ja immer tausend Stunden schläft und gegen 11:00 bin ich dann wütend in die Stadt gefahren und hab mir ein glutenfreies Schokobrötchen gekauft. Sowieso ernähre ich mich – abgesehen von dem Biofrass – sehr ungesund, aber was soll ich machen :/ Nachmittags gings mit meinem Schweizer Kollegen und der Deutschen nach Antibes, dazu auch mehr in einem separaten Post. Da mein Kameraakku leer war und das Ladegerät noch nicht angekommen ist, hab ich mir eine Wegwerfkamera gekauft, ich bin gespannt aufs Resultat! Als ich dann abends hungrig heimkam (ich hatte so grosse Lust auf Nudeln mit Tomatensauce), gabs eine Tomate, zwei Esslöffel Linsen und zwei Esslöffel Apfelmus. Sogar meine Katze Gina kriegt mehr Futter, ich glaubs ja nicht!